Mythos Digitalisierung: wenn das Werkzeug zum Ziel wird

Cartoon: Ein Mann baut mit einer Säge namens

Vor fünf Jahren stand in jedem Strategiepapier: Unser Ziel ist Digitalisierung. Ich habe ich meinen damals neunjährigen Sohn gefragt, was er sich darunter vorstellt. Seine Antwort war zutreffend: alles Mögliche. Brettspiele am Computer statt am Tisch, Schreiben am Computer, eben alles, was man statt im echten Leben am Rechner macht.

Fünf Jahre sind vergangen, er ist ein Teenager geworden. Was hat sich sonst verändert?

Das Vokabular hat eine Ergänzung bekommen. Der Zauberspruch heißt "wir müssen etwas mit KI machen". Er hat das Ziel von damals aber nicht vollständig abgelöst. Digitalisierung ist nach wie vor ein Thema in vielen Branchen und speziell in der Energiewirtschaft.

Der Denkfehler ist der Gleiche geblieben: Das Werkzeug wird zu einem Ziel erklärt. "Wir digitalisieren" und "wir machen etwas mit KI" sagen nichts darüber, welches Problem gelöst werden soll. Ein Stadtwerk, das heute KI einführt, weil alle das tun, macht denselben Fehler wie das Stadtwerk, das vor fünf Jahren einen Chatbot baute, weil alle das getan haben. Das Werkzeug kommt und die Probleme bleiben.

Wie sich das zeigt? Ein Ablauf, der vorher schlecht lief, läuft nach der Digitalisierung schneller schlecht. Eine KI, die über einen Prozess gelegt wird, den niemand durchdrungen hat, automatisiert das Missverständnis. Am Kern ändert das Werkzeug nichts. Es macht nur sichtbarer, was vorher schon da war.

Den alten Text habe ich mit einem Versprechen beendet. In den nächsten Artikeln schrieb ich, zeige ich, wie ich entscheide, welche Methode der Optimierung am besten passt. Aus diesen Beiträgen sind fünf Jahre Arbeit geworden, und am Ende eine Methodik, die genau diese Wahl strukturiert. Mit HOIKEI bewerte ich heute Prozess für Prozess, wie gut er sich optimieren lässt, was es bringt und ob KI dafür überhaupt die passende Lösung ist. Die Idee darunter ist dieselbe geblieben, nur schärfer: "Erst der Prozess, dann das Werkzeug". Zuerst die Frage, welches Problem wir lösen wollen, dann der Griff in die Werkzeugkiste, anhand von Zahlen statt Trends.

Das ist die gute Nachricht. Sobald die Frage nach dem Prozess geklärt ist, spielen Digitalisierung und KI ihre Stärken aus. Sie sparen Zeit, senken Kosten und lösen echte Probleme. Aus dem vermeintlichen Ziel wird ein Werkzeug, und genau dann wird es Gold wert.

Häufige Fragen

Was ist der Mythos Digitalisierung?

Der Mythos behandelt Digitalisierung als Ziel, obwohl sie ein Werkzeug ist. Sie soll Abläufe verbessern, Kosten senken und Probleme lösen. Als Selbstzweck verfehlt sie genau das.

Was hat sich in fünf Jahren verändert?

Vor allem das Vokabular. Wo früher 'wir müssen digitalisieren' stand, heißt es heute 'wir müssen etwas mit KI machen'. Der Denkfehler darunter ist derselbe geblieben, das Werkzeug wird zum Ziel erklärt.

Warum ist 'etwas mit KI machen' kein Ziel?

Weil es nichts darüber sagt, welches Problem gelöst werden soll. Eine KI über einen Ablauf zu legen, den niemand durchdrungen hat, automatisiert nur das Missverständnis. Zuerst gehört der Prozess geklärt, dann das Werkzeug gewählt.

Wie finden Stadtwerke das passende Werkzeug?

Indem sie zuerst das Problem klären und dann mit Zahlen bewerten, welche Methode passt. Genau das strukturiert die HOIKEI-Methodik, mit der sich Prozesse nach Optimierbarkeit, Nutzen und KI-Eignung bewerten lassen.

Bringt Digitalisierung dann überhaupt etwas?

Ja. Sobald die Frage nach dem Prozess geklärt ist, spielen Digitalisierung und KI ihre volle Stärke aus und lösen echte Probleme. Aus dem vermeintlichen Ziel wird ein Werkzeug, und genau dann zahlt es sich aus..

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